
„Als Pause, im besten Sinne des Wortes, ist die Faulheit eine Tugend. Als Trägheit des Denkens, als Achtlosigkeit und Rücksichtslosigkeit, ist sie ein Laster.“

Ein wollüstiger Mensch ist einer, der sich selbst auf die tierischen Aspekte der Existenz reduziert, der allen Trieben und Launen sofort nachgibt, ungeachtet der Folgen. Die andere Seite des Menschen – der Engel-Aspekt – geht dabei verloren. Es ist ein Mensch, der vollständig aus dem Bauch lebt, und dabei vergisst, die mentalen Kopf-Aspekte gemeinsam mit den Trieben des Bauches und Unterleibs im Herzen zu einer umfassenderen Einheit zu integrieren.

Völlerei hat kein Bewusstsein für Grenzen und für das richtige Mass. Es steht der Gedanke dahinter: ich muss jetzt alles nehmen, was ich bekommen kann, morgen wird es nicht mehr da sein.

„Schon das sehr kleine Kind entwickelt – wahrscheinlich gegen Ende des zweiten Lebensjahres – ein Urbedürfnis nach Gerechtigkeit, ein Gefühl dafür, dass ein Miteinander der Menschen nur möglich ist, wenn eine Art primitive Gerechtigkeit herrscht.“
Rache entspricht also dem archaischen Wunsch, ein subjektiv gestörtes Gleichgewicht wiederherzustellen. Das Zurückschlagen scheint fast der instinktive Trieb, diese Balance wiederzuerlangen.

Die Todsünde des Neides basiert auf dem Vergleich mit anderen Menschen – das Gegenstück des Stolzes. Wo der Stolz viele Gründe findet, sich selbst für besser und wertvoller einzuschätzen als andere, da macht es der Neid genau umgekehrt: alles Eigene wird als wertlos betrachtet, und alles, was die anderen haben, als wertvoll und erstrebenswert.

Geiz ist ein Mangel an Sicherheit und ein Mangel an Vertrauen in die Fülle des Lebens. Dies betrifft die materielle Ebene – der Geizkragen fürchtet, dass sein Vermögen, sein Haus, seine Alterssicherung weggenommen wird und er in Armut wird leben müssen. Das Paradoxe dabei ist, dass er die Armut, die er zu vermeiden hofft, sich selbst auferlegt, sich nichts oder nur wenig gönnt, und somit nie in den Fluss kommt. Der Geizkragen gibt sich mit Wenigem zufrieden und hortet Schätze, mit denen er nichts anzufangen weiss.

Zu diesem Bewusstseinsraum gehört alles elitäre Denken – die Mitgliedschaft zu einer exklusiven Organisation, Rassismus, Sexismus, und die Verachtung aller Anderen, die weniger Fähigkeiten, weniger soziale Anerkennung, weniger Schönheit oder weniger Reichtum besitzen.


